Mietwagen im Winter: Winterreifen, Schneeketten und die Regeln in Österreich, Italien und der Schweiz
Wer im Winter mit einem Mietwagen in die Berge fährt, sollte nicht nur auf Preis und Versicherung achten. Entscheidend ist auch die Ausstattung: Sind Winterreifen montiert? Sind Schneeketten an Bord? Und was schreibt das Zielland vor? Viele Urlauber erleben erst an der Mietstation, dass Winterausrüstung nicht automatisch inklusive ist. Dieser Ratgeber zeigt, worauf Sie bei der Buchung achten sollten und welche Regeln in den beliebtesten Wintersportländern gelten.
Winterreifen im Mietwagen: Nicht selbstverständlich
In Deutschland gilt bei winterlichen Straßenverhältnissen eine situative Winterreifenpflicht, und dieses Prinzip kennen auch viele Nachbarländer. Autovermieter sind aber nicht in jedem Fall verpflichtet, Fahrzeuge automatisch mit Winterreifen auszustatten. Je nach Land, Station und Anbieter sind sie Standard, optional gegen Aufpreis oder nur auf Anfrage erhältlich. Gerade in Regionen mit Wintersport sollten Sie daher nicht auf gut Glück hoffen.
- Winterreifen und Schneeketten bei der Buchung ausdrücklich anfragen oder zubuchen
- Die Zusage schriftlich in der Buchungsbestätigung dokumentieren lassen
- Bei Abholung prüfen, ob die Reifen das Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) tragen
- Profiltiefe kontrollieren, empfohlen werden mindestens vier Millimeter
- Prüfen, ob Schneeketten tatsächlich im Fahrzeug liegen und zum Reifenformat passen
Regeln in den wichtigsten Urlaubsländern
Die Vorgaben unterscheiden sich europaweit stark. Die folgende Übersicht stützt sich auf Angaben des österreichischen Automobilclubs ÖAMTC. Die Zusammenstellung ist ein Orientierungsrahmen, prüfen Sie vor der Abreise die aktuellen Vorschriften.
Österreich
Vom 1. November bis 15. April gilt eine situative Winterausrüstungspflicht: Bei winterlichen Fahrverhältnissen muss passende Bereifung montiert sein. Empfohlen werden Winterreifen mit mindestens vier Millimetern Profil.
Deutschland
Eine feste Winterperiode gibt es nicht. Entscheidend sind die Straßenverhältnisse. Seit 1. Oktober 2024 sind nur noch Reifen mit Alpine-Symbol zulässig, reine M+S-Reifen reichen nicht mehr. Ketten können per Verkehrsschild vorgeschrieben sein. Bei Verstößen drohen Bußgelder ab 60 Euro, ein Punkt in Flensburg und höhere Strafen bei Verkehrsbehinderung.
Italien
Die Vorschriften sind regional unterschiedlich. Auf der Brennerautobahn A22 bis Affi und im Stadtgebiet Bozen gilt vom 15. November bis 15. April eine Winterausrüstungspflicht, auch ohne Schnee. Ohne Winterreifen müssen Schneeketten mitgeführt werden. Im Aostatal gilt eine Pflicht vom 15. Oktober bis 15. April. Mit Schneeketten darf höchstens 50 km/h gefahren werden.
Schweiz
Es gibt keine generelle Winterreifenpflicht. Wo Schneeketten per Schild vorgeschrieben sind, müssen sie auf mindestens zwei Antriebsrädern montiert sein. Wer bei winterlichen Bedingungen mit ungeeigneten Reifen unterwegs ist und dadurch den Verkehr behindert, riskiert eine Strafe, bei einem Unfall mit Sommerreifen kann eine erhebliche Mithaftung drohen.
Tschechien
Vom 1. November bis 31. März gilt eine Winterreifenpflicht bei Schnee, Eis, Matsch oder Temperaturen unter vier Grad. Gefordert sind Reifen mit M+S-Kennzeichnung und mindestens vier Millimetern Profil.
Für Frankreich und andere Länder informieren Sie sich bitte gesondert, dort gelten teils regionale Regeln für Bergregionen.
Schneeketten: Montieren will geübt sein
Schneeketten sind in Hochgebirgsregionen manchmal Pflicht und sollten auch dann mitgeführt werden, wenn Winterreifen montiert sind. Wichtig ist, dass Sie sie im Ernstfall selbst anlegen können. Üben Sie das Anlegen am besten vorab einmal in Ruhe bei Tageslicht. Beachten Sie die Höchstgeschwindigkeit mit Ketten, in manchen Ländern sind es 50 km/h.
Versicherung und Kosten im Blick behalten
- Zusatzgebühren: Für Winterreifen und Schneeketten verlangen Vermieter teils eine Tagesgebühr. Vergleichen Sie die Gesamtkosten.
- Vollkasko: Prüfen Sie, ob Schäden an Reifen, Glas, Dach und Unterboden abgedeckt sind. Im Winter sind Steinschläge und Streusalz relevant.
- Selbstbeteiligung: Ein Tarif ohne oder mit niedriger Selbstbeteiligung gibt zusätzliche Sicherheit.
- Haftung bei fehlender Ausrüstung: Wer ohne vorgeschriebene Ausrüstung unterwegs ist, kann bei Unfällen Probleme mit dem Versicherungsschutz bekommen.
Praktische Fahrtipps für den Winter
- Langsam anfahren und früh bremsen: Bremswege verlängern sich auf Schnee und Eis erheblich.
- Abstand vergrößern: Mindestens doppelt so groß wie auf trockener Straße.
- Tank gut gefüllt halten: Staus und Pässe können länger dauern.
- Scheibenkratzer, Enteiser und Handschuhe im Auto bereithalten.
- Frostschutzmittel im Scheibenwischwasser kontrollieren.
- Auf Schilder achten: Kettenpflicht oder Sperrungen werden meist ausgeschildert.
- Auto vor der Rückgabe reinigen: Streusalz und Schmutz kann Zusatzkosten auslösen, wenn der Vermieter es beanstandet.
Tipps für die Buchung
- Frühzeitig buchen, Winterausstattung ist in der Hochsaison schnell vergeben
- Station mit Wintererfahrung wählen, etwa Flughafen oder Bahnhof nahe der Skiregion
- Ein Fahrzeug mit Allradantrieb erwägen, wenn Sie in steile oder abgelegene Gebiete fahren
- Dachboxen und Skiträger sind separat zu buchen, ebenso Kindersitze
- Vor der Abfahrt Fahrzeugübergabe dokumentieren, mit Fotos von Reifen und Schäden
Wer mit Ausrüstung anreist oder diese vor Ort leihen möchte, findet Angebote bei Skiverleih.club. Für den Aufenthalt in den Bergen bietet Huetten.club Anregungen für Hütten und Chalets.
Fazit: Wer vorbereitet ist, kommt sicher ans Ziel
Ein Mietwagen im Winter ist praktisch, verlangt aber etwas Vorbereitung. Klären Sie Winterreifen und Schneeketten vor der Buchung, kennen Sie die Regeln im Zielland und prüfen Sie Ihre Versicherung. So kommen Sie entspannt und sicher in den Skiurlaub. Vergleichen Sie Mietwagenangebote auf Mietwagen-Vergleich.cc.
Redaktionell erstellter Artikel. Stand: Oktober 2026. Die Vorschriften zur Winterausrüstung ändern sich und werden regional unterschiedlich umgesetzt; bitte prüfen Sie vor der Reise die aktuellen Bestimmungen und die Leistungen Ihres Vermieters.
